Lebensfundament bei Gott – Geistlicher Impuls

… das über den Tod hinausreichen kann. Lebensfundament bei Gott auch in schwierigen Zeiten.

Ich erinnere mich an Gespräche mit einer Bäuerin – eine Frau jenseits der 80, seit einigen Jahren Witwe – am Ende ihrer Kräfte. So, wie ihr Mann Leben und Tod pragmatisch einordnen konnte, so wie sie wohl um ihn getrauert hat, aber nicht untröstlich war, versucht sie es auch für ihr eigenes: „Wir haben den Hof erhalten, für die Eltern gesorgt, das Leben an Kinder und die nächsten Generationen weitergegeben. Wir haben doch alles gemacht, was nötig war.“

Es sind Worte ganz im System ihrer Lebenswelt. Und so feiert sie Saat und Ernte, kann Mühen und Abschiede aushalten. So haben die Rhythmen des Landwirtschafts- und auch des Kirchenjahres, auch die des Lebenskreises ihre Bedeutung und schenken Trost. Eine bewundernswerte Bodenständigkeit, denke ich mir.

Doch im Gespräch gibt es dann eine Wendung… Dieser nüchterne Blick auf das eigene Leben kommt angesichts eigener Grenzerfahrungen an das Ende. So eine Lebensweise trägt sie nicht über jede Frage, jeden Zweifel, jede Unruhe.

Und dann erlebe ich etwas, was immer wieder bei Besuchen am Krankenbett passiert und mich selbst getröstet aus dem Gespräch gehen lässt. Sie spricht davon, dass sie sich doch auf Gott verlassen kann. Die Frau, die große Worte scheut und auch nicht voller frommer Floskeln ist, sagt eine Glaubensgewissheit: leise, fragend, tastend – auch danach suchend, dass sie Bestätigung dafür hört. Und dann doch – gewiss: Wir wissen doch, wo wir hingehen, wenn wir sterben.

Paulus – der Missionar mit großen Worten: „Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf dass, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir in einem neuen Leben wandeln.“ (Römer 6,3–4)

Von Ostern her buchstabieren wir nicht nur den Frühling, das Erwachen von Natur und Lebenslust – sondern eben genau unser Lebensfundament bei Gott, das über den Tod hinaus reichen kann. Gut, dass mir diese Bäuerin das auf ihre Weise gepredigt hat. – Ihr Pfarrer Hendrik Pröhl

Quelle: zuki-49, Seite 3

QuelleDieser Beitrag stammt aus dem Gemeindebrief des Kirchspiels Geithain · Frohburg · Lunzenau.