Spätgotische Hallenkirche mit romanischem Westwerk — Bauzeit vom 12. bis ins 17. Jahrhundert.
Die Nikolaikirche ist der ältere Teil Geithains in Stein gegossen. Zwischen etwa 1165 und 1516 gebaut, abgebrochen, wieder gebaut und bis heute stetig weiterentwickelt, verbindet sie Bauphasen aus vier Jahrhunderten zu einem einzigen Gebäude. Wer hier eintritt, steht im Herzen der Stadtgeschichte.
Was Geithain besonders macht
Das romanische Westwerk
Die beiden 42 Meter hohen quadratischen Türme wurden zwischen 1180 und 1190 errichtet — damals Teil einer großen romanischen Basilika. Sie sind der älteste erhaltene Bauteil und prägen bis heute die Stadtsilhouette.
Die spätgotische Halle
1504 wurde der Grundstein für die heutige dreischiffige Hallenkirche gelegt: 30 Meter lang, 24 Meter breit, 14 Meter hoch. Geplant war ein Kreuzrippengewölbe — die Rippensätze an den Säulen sind noch zu sehen. Ausgeführt wurde es nie. Stattdessen zog 1594 der Freiberger Maler Adam Schilling eine bemalte Felderdecke ein. Die architektonischen Details verweisen auf eine enge Beziehung zur Leipziger Nikolaikirche — möglicherweise stammen beide aus derselben Werkstatt. Geithain war vermutlich der Vorläufer.
Der Altar von 1611
Aus der Freiberger Werkstatt von Andreas Grünberg. Die starke Abweichung von der Mittellinie stellt das geneigte Haupt Christi am Kreuz dar — ein Gestaltungsmerkmal, das schon die Vorgänger-Altäre aufwiesen.
Die Wünning-Orgel von 2005
36 klingende Stimmen, 2.207 Pfeifen, mechanische Traktur. Was die Orgel besonders macht: 17 Stimmen stammen noch aus der Kreuzbach-Orgel von 1847, weitere 8 aus dem Umbau von 1902 der Firma Schmeißer. Du hörst also den Klang dreier verschiedener Jahrhunderte in einem Instrument.
Baujahr 1504 (heutige Halle) / 1180 (Westwerk)
Bereich Geithain-Wickershain
Patrozinium Heiliger Nikolaus, Schutzpatron der Kaufleute und Freund der Kinder
Erster evangelischer Gottesdienst 1. Advent 1539 — bis heute wird dieser Tag als Kirchweihfest gefeiert
Gottesdienste jeden Sonntag 10 Uhr
In den Sommerferien lädt die Gemeinde zu Orgelsommerkonzerten mit anschließender Führung durch die unterirdischen Gänge ein.


