Romanischer Kern aus dem 12. Jahrhundert — als Lutherkirche 1892 neu geweiht.
Die Kirche von Ossa gehört zu den ältesten Kirchen der Region. Ihr westlicher Teil, die südliche Umfassungsmauer und das Chorhaupt stammen aus dem 12. Jahrhundert. Im 15. Jahrhundert wurde sie durch die Familie von Ossa erweitert, 1892 grundlegend umgebaut — und bei dieser Wiedereinweihung bekam sie ihren heutigen Namen.
Was du drinnen findest
Die Holzfelderdecke
Der besondere Schmuck der Kirche. Die getäfelte Decke wurde beim großen Umbau von 1892 eingezogen, nachdem die drei mittelalterlichen Pfeiler und das ursprüngliche Gewölbe herausgebrochen worden waren.
Das Altargemälde
Ein Werk des Leipziger Professors Stichard, das den lehrenden Christus zeigt. Es kam 1892 zusammen mit dem vergrößerten Altarplatz in die Kirche.
Die Orgel
Zweimanualig mit elf klingenden Stimmen, gebaut von Kreuzbach & Sohn in Borna. Sie steht gegenüber dem Altar an der Westseite.
Die gemalten Chorfenster
Von der Leipziger Firma Schulze, aus der Zeit der Neuweihung 1892.
Ein Name mit Geschichte
Melchior von Ossa, ein in der Reformationszeit einflussreicher Politiker, wurde in dieser Kirchgemeinde geboren. Das Wappen seiner Familie — drei rote Rosen auf schwarzem Grund — prägte jahrhundertelang den Ort. Erst 1578 wechselte das Rittergut zum ersten Mal die Besitzer.
Dass die Kirche 1892 ihren Namen „Lutherkirche“ erhielt, war Programm: Die Büsten von Luther und Melanchthon, die heute im kleinen Ortsmuseum stehen, waren ursprünglich an der Schule angebracht und wurden bewusst mit der Neuweihung verbunden.
Ältester Bauteil 12. Jahrhundert
Neuweihung als Lutherkirche 12. Dezember 1892
Bereich Syhra · Niedergräfenhain · Ossa
Glocken Zwei erhaltene Glocken von 1854, gegossen bei Carl Friedrich Ulrich in Apolda — werden bis heute mit der Hand geläutet
