Chorturmkirche, 1318 vom Merseburger Bischof geweiht — mit Emporenbildern von Conrad Felixmüller.
Die Tautenhainer Jakobuskirche verbindet sieben Jahrhunderte Bau- und Kirchengeschichte auf eine ganz besondere Weise: 1318 vom Merseburger Bischof Friedrich Johann geweiht, steht sie bis heute mit ihrem romanischen Chorturm im Dorf. Und im Inneren trifft mittelalterliches Erbe auf Kunst des 20. Jahrhunderts, die hier einen unerwarteten Platz gefunden hat.
Was du drinnen findest
Die Emporenbilder von Conrad Felixmüller (1951/52)
Das sind die eigentliche Sensation dieser Kirche. Conrad Felixmüller, einer der bedeutenden deutschen Expressionisten, schuf 1951/52 einen Bilderzyklus für die Emporen, der Heilsgeschichte, Ortsgeschichte und Menschheitsgeschichte umfasst.
Das Besondere: Felixmüller setzt die biblischen Szenen — Weihnachten, Passion, Ostern, Pfingsten — in die konkrete Umgebung von Tautenhain um 1950. Die Heilsgeschichte geschieht hier und heute, nicht irgendwann und woanders. Die Bilder drängen sich nicht auf — sie fügen sich in den schlichten Kirchenraum ein, als wären sie immer dort gewesen.
Die Sandsteinkanzel von 1560
Mit runder Kuppa, ein Stück aus der Renaissancezeit — also aus der Zeit kurz nach der Reformation, in der die Dorfkirchen umgestaltet wurden.
Der Porphyr-Taufstein
Oktogonale Kelchform, ornamentale Verzierung.
Die Jehmlich-Orgel von 1903
13 Register auf 2 Manualen und Pedal, gebaut von der Orgelbaufirma Jehmlich aus Dresden. Das Gehäuse ist kunstvoll mit Palmenblättern und Akanthus verziert — eine stilistische Mischung aus Jugendstil und Neo-Barock.
Der Name und sein Ursprung
Die Kirche ist dem Heiligen Jakobus geweiht — dem erkorenen Schutzheiligen Wiprechts von Groitzsch (um 1050–1124). Wiprecht spielte für die deutsche Besiedlung der Region eine entscheidende Rolle. Die Wahl des Patronats erinnert also nicht nur an einen Heiligen, sondern an den Mann, der die Besiedlung und damit letztlich auch den Bau der Kirche erst möglich gemacht hat.
Weihe 1318 durch den Merseburger Bischof Friedrich Johann
Bereich Tautenhain · Ebersbach · Nauenhain
Patrozinium Heiliger Jakobus
Besonderheit Emporenbilder von Conrad Felixmüller, 1951/52
Orgel Jehmlich Dresden, 1903
Besichtigung: Bitte nach Möglichkeit vorher anmelden. Falls du unangemeldet kommst und die Kirche verschlossen vorfindest, wende dich an das Pfarramt in Tautenhain oder Geithain — die Telefonnummern findest du im Schaukasten neben der Kirchentür.
