Gotische Dorfkirche von 1568 mit romanischer Apsis — ein Bauerndorf ohne Gutsherrschaft, und eine Kirche, die dazu passt.
Schönau war nie ein Rittergutsdorf. Keine Herrschaft, kein Adelssitz — nur Bauern, die sich im 12. Jahrhundert zu einer älteren slawischen Siedlung gesellten. Dementsprechend unprätentiös ist auch die Kirche. Sie passt zu den Menschen, die hier lebten und leben. Und gerade das macht sie besonders.
Was du drinnen findest
Der romanische Ursprung
Von der ursprünglichen romanischen Kirche des 12. Jahrhunderts sind die Apsis und der Taufstein aus Porphyr erhalten. Wann und warum die alte Kirche abgerissen wurde, weiß niemand. 1568 entstand die heutige Form.
Der Schnitzaltar — eine Maria ohne Pathos
Ein schlichter spätgotischer Schnitzaltar. In der Mitte Maria mit dem Kind. Würde sie nicht die Krone tragen, könntest du sie für eine Frau aus dem Dorf halten, die ihren kleinen Sohn auf dem Arm hält. Sie wirkt wie eine redliche, anständige Bäuerin — müde, arbeitsam, liebevoll. Vielleicht hat dem Bildschnitzer tatsächlich eine Frau aus der Nachbarschaft Modell gestanden. Neben Maria sind der Heilige Aegidius, Judas Thaddäus und Jakobus der Jüngere dargestellt.
Die neuen Kirchenfenster von 2013
Über Jahre wurden in der Gemeinde Spenden gesammelt. Am 2. Advent 2013 konnten zwei neue, vielfarbige Kirchenfenster in der Apsis eingeweiht werden — gestaltet vom Glaskünstler Günter Grohs aus Wernigerode. Nicht figürlich, aber in Orange, Braun, Gelb, Blau und Grün mit einem darübergelegten schwarzen Netz. Wenn außen die Sonne hereinscheint, leuchten die Farben ins Innere. Wenn abends die Kirche erleuchtet ist, fällt ein warmer, farbiger Lichtschein nach außen.
Die Glocken
Schönau besitzt ein besonders schönes Geläut: drei Bronzeglocken aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts — älter als die heutige Kirche selbst. Sie haben die Jahrhunderte unbeschadet überdauert, keine der beiden Weltkriege hat sie erwischt.
Baujahr heutige Form 1568
Ältester Bauteil 12. Jahrhundert (Apsis, Taufstein)
Bereich Prießnitz · Flößberg
Orgel Schmidt & Berger, Borna, 1906 — eines der letzten Werke der Bornaer Orgelbautradition
Glocken Drei Bronzeglocken aus dem frühen 16. Jahrhundert

