Romanische Saalkirche aus dem 13./14. Jahrhundert — mit spätgotischem Chor, barockem Saalumbau und einem Turmneubau von 1739.
Die Kirche in Zedtlitz hat fast 800 Jahre Baugeschichte in ihren Mauern. Ihr romanischer Kern stammt aus dem 13. Jahrhundert, der Chor wurde um 1480 neu errichtet, der Saal um 1720 barock umgestaltet, und 1739 bekam sie einen neuen Turm — gestiftet von einer Frau, die die Kirche entscheidend prägte.
Was du drinnen findest
Das Springrautengewölbe im Chor
Um 1480 errichtet, zeigt der Chor ein seltenes Springrautengewölbe — eine Sonderform des spätgotischen Gewölbes, bei der die Rippen in Rautenmustern verlaufen. Solche Gewölbe findest du nur in wenigen Kirchen Sachsens.
Das Muldengewölbe mit Stuckbandrahmung
Im Saal wurde um 1720 ein barockes Muldengewölbe eingezogen, umrahmt von Stuckbändern. Ein Bauelement, das die Räumlichkeit des Saals betont, ohne den spätgotischen Chor zu stören.
Das Abendmahlsrelief
Ein Reliefbild aus barocker Zeit, zentral im Altarraum.
Die Patronatsloge
Der feste Sitzplatz der Obrigkeit beim Gottesdienst — ein Zeugnis des alten Patronatswesens.
Die Vogel-Orgel
Aus der Werkstatt der Orgelbauer Vogel.
Der Turm von 1739 und seine Stifterin
1739 wurde der heutige Turm neu errichtet — vermutlich unter dem Baumeister George Werner. Gestiftet wurde er von Johanna Sophie Freifrau von Gladebeck, die damit eine kleine Dorfkirche mit einem markanten Wahrzeichen ausstattete. Der Turm ist quadratisch mit oktogonalem Obergeschoss, gedeckt mit Schweifhaube und offener Laterne — eine elegante Kombination aus Barock und früher Klassik. Die Haube ist geschwungen, die Laterne darüber offen und leicht.
Das Grabmal von 1498
In der Kirche haben sich mehrere bedeutende Grabmale erhalten. Das älteste stammt aus dem Jahr 1498 — damit fast so alt wie der spätgotische Chor.
Baujahr 13./14. Jahrhundert (Kern), Chor um 1480, Saal um 1720, Turm 1739
Bereich Wyhratal
Stifterin des Turms Johanna Sophie Freifrau von Gladebeck
Baustile Romanik, Gotik, Renaissance, Barock
Orgel Vogel
Ältestes Grabmal 1498
Lage Auf dem Friedhof
