Dorfkirche aus dem 16. Jahrhundert — mit einer Glocke, die zu den ältesten Sachsens zählt.
Die Kirche in Neukirchen steht fast in der Ortsmitte. Klein, zurückhaltend, scheinbar unspektakulär — und doch birgt sie einen Altar und eine Glocke, die in dieser Größenordnung niemand erwartet. Der älteste Teil ist der Altarraum, der ursprünglich als eine eigenständige Kapelle fungiert haben dürfte. Erst später wurde das Kirchenschiff dazugebaut.
Die zwei Besonderheiten
Die Glocke von 1431
Die große Glocke im Turm ist fast 600 Jahre alt. Sie gehört zu den drei ältesten Glocken Sachsens überhaupt. Wer sie hört, hört denselben Klang, den Generationen vor uns gehört haben — ein direkter akustischer Faden ins Mittelalter.
Der Flügelaltar um 1510
Aus der Schule des Altenburger Bildschnitzers Jacob Naumann — derselben Werkstatt, aus der auch der Schnitzaltar in Benndorf stammt. Die beiden Altäre sind damit künstlerische Geschwister.
Im Mittelschrein steht Maria mit dem segnenden Jesus. Flankiert wird sie von Jakobus dem Älteren und Stephanus. In der Predella — dem Altarsockel — sind vier Heilige dargestellt: Elisabeth, Ursula, Barbara und Dorothea.
Eine Katastrophe im Sommer 1891
Am 15. Juli 1891 löste sich ein großer Teil des Sterngewölbes und stürzte herab. Das Lesepult und ein besonderer Kronleuchter aus dem Lager Augusts des Starken wurden dabei zertrümmert. Der Verlust des Kronleuchters ist bis heute zu spüren — er hätte die Kirche mit einer direkten historischen Verbindung zum sächsischen Hof verbunden.
In der Folge wurde das Schiff der Kirche gegen Ende des 19. Jahrhunderts verändert: neue Fenster, ein Vorbau, der verlegte Eingang, eine Kreutzbach-Orgel aus Borna, ein neu gedecktes Schieferdach, ein Blitzableiter.
Baujahr heutige Form 16. Jahrhundert
Bereich Wyhratal
Große Glocke 1431 — eine der drei ältesten Sachsens
Altar Schule Jacob Naumanns, Altenburg, um 1510
Orgel Kreutzbach, Borna, Ende 19. Jahrhundert
