Dorfkirche zu Elbisbach
Prießnitz · Flößberg

Dorfkirche zu Elbisbach

Barocke Dorfkirche von 1748 — erbaut auf den Resten eines romanischen Vorgängerbaus.

Die Elbisbacher Kirche ist schon von weitem sichtbar: der hohe Turm, der auffallende grüne Farbanstrich. Sie steht auf den Fundamenten einer älteren Kirche — erhalten ist davon der romanische Taufstein aus Porphyr. Der heutige Bau entstand zwischen 1747 und 1748 im Barockstil, weil der Vorgänger „wegen starker Baufälligkeit und allzu engen Raumes“ abgerissen werden musste.

Was du drinnen findest

Der Kanzelaltar mit dem hebräischen Gottesnamen

Eine Besonderheit, die man in Dorfkirchen selten sieht: Über dem Kanzelaltar steht — umgeben von einem Strahlenkranz — der hebräische Gottesname JAHWE. Kein Bild, keine Figur, nur der Name. Eine theologische Setzung im Geist der Reformation. Die gesamte barocke Ausstattung ist in Weiß-Blau-Gold gehalten.

Die Orgel von 1758

Gebaut vom Bad Dübener Orgelbaumeister Hübner. Sie klingt hoch, in manchen Registern ziemlich schrill — ein typisches Instrument ihrer Zeit.

Eine wiederentdeckte Sammlung

Zur alten Kirche gehörte eine Gruppe frühgotischer Schnitzfiguren. Als die neue Barockkirche 1748 eingeweiht wurde, fanden sie dort keinen Platz mehr. Sie landeten auf dem Dachboden der Leichenhalle — und blieben dort 185 Jahre liegen, vergessen.

1933 wurden sie wiederentdeckt, 1968 nach Borna ausgelagert, wo sie weitere fünfzig Jahre in der Stadtkirche einlagerten. Erst im September 2021 holte sie das Landesamt für Denkmalpflege nach Dresden. Dort arbeiten Studierende der Hochschule für Bildende Künste am Studiengang Restaurierung an ihnen — sie werden gereinigt, die erhaltene Farbfassung wird gesichert.

Wo die Figuren am Ende ihren Platz finden sollen, ist noch offen. Nur eins steht fest: Sie sollen in einen Kirchenraum zurückkehren und nicht wieder auf einem Dachboden verschwinden.

Gut zu wissen

Baujahr heutige Form 1747–1748

Einweihung 4. Advent 1748

Bereich Prießnitz · Flößberg

Vorbild des Baus Die Dorfkirche in Trages (1741)

Romanischer Taufstein Aus dem Vorgängerbau

Gottesdienstplan Kirchenführer (PDF)
Lage im Kirchspiel