Kirche Bocka
Kohren-Sahlis

Kirche Bocka

Foto: Archiv GFL

Romanischer Kern, barocker Altarraum, Jugendstil-Überformung — und eine Trost-Orgel von 1746.

Die Bockaer Kirche liegt versteckt gleich hinter dem Ortseingang Richtung Altenburg. Kaum jemand registriert sie beim Vorbeifahren. Das war bis 1947 anders: Damals besaß sie einen riesigen Dachreiter, der bei Manövern als Orientierungspunkt diente. Ein Blitzeinschlag am 30. Juni 1947 zerstörte ihn — und damit brannte das ganze Kirchenschiff aus.

Eine Geschichte mit mehreren Leben

800 Jahre romanischer Ursprung

Der mittlere Teil mit dem Triumphbogen verweist auf romanischen Ursprung — ein Bestand seit 800 Jahren ist nicht übertrieben. Dazu ein wunderschön mit Maßwerk ausgestattetes gotisches Fenster, inzwischen mit einer farbigen symbolreichen Verglasung versehen.

Jugendstil um 1915

Bei einer umfassenden Überformung fanden Elemente des Jugendstils Eingang — innen wie außen. Sogar der Schornstein bekam eine angepasste Form. Das macht den Charme der Kirche bis heute aus.

Nach dem Brand von 1947

Der Altarraum blieb weitgehend unversehrt. Das Kirchenschiff wurde notdürftig wieder instandgesetzt, vor 12 Jahren bekam es einen soliden Dachstuhl mit Biberschwanzeindeckung und eine passende Kassettendecke. Aktuell wird der Dachstuhl des Chorraums saniert — bei den Arbeiten stellte sich heraus, wie hinfällig viele Balken im Traufbereich waren. Höchste Zeit für diesen Schritt.

Die Trost-Orgel von 1746

Eine Kostbarkeit. Gebaut vom renommierten Orgelbaumeister Heinrich Gottfried Trost — derselben Werkstatt, aus der auch die Orgeln der Schlosskirchen Altenburg und Weimar stammen. Um sie wieder in voller Schönheit zu hören, müssen zuerst die äußeren Sanierungsmaßnahmen abgeschlossen und dann eine umfassende Restaurierung durchgeführt werden.

Gelebte Gemeinde

Trotz der baulichen Misere in DDR-Zeiten wurde Bocka als Gemeindeort nie aufgegeben. Seit Jahren wird das Erntedankfest fürstlich mit Kaffee und Kuchen begangen, es gibt ein eigenes Krippenspiel, und der fast 70 Jahre bestehende Chor singt weiter.

Gut zu wissen

Ältester Bauteil Romanischer Kern (~12. Jahrhundert)

Bereich Kohren-Sahlis

Orgel Heinrich Gottfried Trost, 1746

Prägende Umbauphasen Jugendstil um 1915, Wiederaufbau nach 1947

Gottesdienstplan Kirchenführer (PDF)
Lage im Kirchspiel