Kirche Syhra
Syhra · Niedergräfenhain · Ossa

Kirche Syhra

Romanischer Kern mit spätgotischem Chor — einziges erhaltenes Werk des Malers Matthias Krodel im Altarraum.

Die Kirche von Syhra trägt keinen eigenen Namen. Sie steht zurückhaltend im Dorf, aber was sich in ihrem Inneren über die Jahrhunderte angesammelt hat, verdient einen genauen Blick. Im Kern romanisch, Anfang des 16. Jahrhunderts um einen spätgotischen Rechteckchor erweitert, 1609 in die heutige Form gebracht.

Was du drinnen findest

Der Altar von 1580

Abraham von Einsiedel stiftete ihn zum Gedächtnis an seine verstorbene Frau Anna von Könneritz. Das Altarbild von Matthias Krodel dem Älteren zeigt die Einsetzung des Heiligen Abendmahls und ist das einzig vollständig erhaltene Werk dieses Künstlers. Hervorzuheben: die Gestalt des Judas Ischariot, der mit verdrehtem Kopf dargestellt ist. In der Predella siehst du die Stifterfamilie, umrahmt wird das Ganze von acht geschnitzten Familienwappen.

Die Kanzel mit fünf Heiligenfiguren

Um 1598 gefertigt, umkleidet mit fünf Figuren aus dem spätgotischen Flügelaltar von etwa 1500: Maria, Dorothea, Barbara, Katharina und Margaretha. Die Figuren sind erhalten geblieben und 1963 und 1968 gegen Holzwürmer behandelt worden.

Die Eieruhr auf der Kanzel

Fünf gläserne Kolben, eingebaut zur Kontrolle der Predigtlänge. Zu lange Predigten waren offenbar schon immer unbeliebt.

Der Taufstein um 1500

Kelchförmig, aus Sandstein, mit gewundenem Schaft und Maßwerk an der Cuppa.

Eine Kirche der Familie von Einsiedel

Syhra war jahrhundertelang Stammsitz der Einsiedels. Unter der nördlichen Chorempore steht das hölzerne Freigrab der 1614 in Kindesnöten verstorbenen Margaretha von Einsiedel, geborene Starscheckel — mit ihrer Relieffigur auf der Sandsteinplatte. Mehrere weitere figürliche Grabdenkmäler der Familie aus dem späten 16. und 17. Jahrhundert sind erhalten.

Die Kirche war bis 1580 eine Filiale von Ossa — Abraham von Einsiedel gründete sie als eigenständige Pfarre.

Gut zu wissen

Bauzeit Romanischer Kern, Chor Anfang 16. Jahrhundert, heutige Form 1609

Bereich Syhra · Niedergräfenhain · Ossa

Orgel Firma Jehmlich/Dresden, 1905

Gottesdienstplan Kirchenführer (PDF)
Lage im Kirchspiel