Chorturmkirche aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts — erbaut auf einem Porphyrfelsen.
Die Marienkirche Niedergräfenhain überragt mit ihrem spitzen Turm das ganze Dorf. Von welcher Seite du dich näherst — sie ist immer als Orientierungspunkt zu sehen. Zusammen mit dem Friedhof und dem ehemaligen Pfarrhaus bildet sie bis heute den baulichen und geistlichen Mittelpunkt des Ortes.
Was du drinnen findest
Stern- und Netzgewölbe aus Porphyr
Das Kirchenschiff und der dreiseitig geschlossene Choranbau mit Strebepfeilern und Maßwerkfenstern stammen aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Die gesamte Kirche wurde damals mit Stern- und Netzgewölben aus Rochlitzer Porphyrsteinen überspannt.
Die Sakramentsnische
Mit Engelsfiguren und Fialen geschmückt, ebenfalls aus dem 15. Jahrhundert. Im 17. Jahrhundert wurde sie erneuert.
Kanzel und Taufstein
Der kelchförmige Taufstein wurde um 1620 aus Sandstein gefertigt, verziert mit kleinen Köpfchen, ursprünglich farbig gefasst. Die Holzkanzel steht auf einem Porphyrpfahl und zeigt die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes.
Die Orgel von 1749
Spielt bis heute.
Was fehlt: ein mittelalterliches Glanzstück, das nicht mehr hier ist
Bis 1902 besaß die Niedergräfenhainer Kirche zwei kunsthistorische Kostbarkeiten: ein Kruzifix aus der Mitte des 12. Jahrhunderts und einen spätgotischen Schnitzaltar von 1510. Beide wurden nach dem teuren Kirchenumbau Ende des 19. Jahrhunderts an die Leipziger Nikolaikirche verkauft — für gerade einmal 300 Mark. Heute hängt das Kruzifix an der linken Chorwand der Leipziger Nikolaikirche, der Altar steht in deren Nordkapelle. Der tatsächliche Wert war den Vertragspartnern damals offenbar nicht bewusst.
Baujahr 2. Hälfte 13. Jahrhundert (Chorturm), 15. Jahrhundert (Schiff und Choranbau)
Bereich Syhra · Niedergräfenhain · Ossa
Besonderheit Auf Porphyrfelsen erbaut
Glocken Vier Glocken aus dem 14. Jahrhundert mit Mönchsschrift
