Pfarrkirche Rochsburg
Lunzenau · Rochsburg

Pfarrkirche Rochsburg

Romanische Saalkirche vom Ende des 13. Jahrhunderts — mit Rochlitzer Porphyr, barockem Innenraum und dem Doppelgrabmal der Grafen von Schönburg.

Die Rochsburger Kirche gehört zu den ältesten Kirchen der Region. Ihr Kern stammt aus dem letzten Viertel des 13. Jahrhunderts. 1190 tritt in einer erhaltenen Kaufurkunde — heute im Staatsarchiv Dresden — erstmals der Name Günther von Rochsburg auf. Als damaliger Grundherr dürfte er am Bau der Kirche wesentlich beteiligt gewesen sein.

Was du drinnen findest

Der Bau aus Rochlitzer Porphyr

Die Kirche ist ein verputzter Bruchsteinbau, aber an den Ecken und Gliederungen siehst du den rötlich schimmernden Rochlitzer Porphyr, der die ganze Region bis heute prägt. Eckbetonungen und Säulenportal sind aus diesem Material gearbeitet.

Das Doppelgrabmal der Grafen von Schönburg

Aus dem Jahr 1567 — ein Kenotaph, also ein Grabdenkmal ohne Bestattung. Es erinnert an den Grafen Wolf von Schönburg und seine Gemahlin Anna Schenk von Landsberg. Solche Kenotaphe waren dazu gedacht, das Andenken wichtiger Personen zu ehren, auch wenn die Toten andernorts bestattet waren.

Spätgotisches Kruzifix und Madonna

In der Ecke beim Kanzelaufgang stehen spätgotische Holzschnitzereien — Kruzifix und Madonna. Sie sind wahrscheinlich Reste des alten Altars, der später durch einen neueren ersetzt wurde.

Der Säulenaltar

Barocker Altar in Säulenform. Dazu eine Triumphkreuzgruppe, die den Altarraum prägt.

Die Kanzel

Vermutlich aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts.

Die Patronatsloge

Der feste Sitzplatz der Herrschaft beim Gottesdienst — bis heute im Kirchenschiff erhalten.

Zwei mittelalterliche Marienkelche

Das sind Kelche, die bis heute bei der Feier des Heiligen Abendmahls in Gebrauch sind. Nicht im Museum, nicht hinter Glas — in aktivem liturgischen Gebrauch. Eine direkte Verbindung vom Mittelalter in die Gegenwart.

Die Schmeisser-Orgel von 1930

Aus der Rochlitzer Orgelbauwerkstatt — 1896 wurde die Kirche zuletzt grundlegend restauriert, die Orgel kam später hinzu.

Schiff und Dachreiter

Das Schiff ist in seiner heutigen Form einige Jahrhunderte jünger als der romanische Kern. Der spitze Dachreiter ist gotisch und gibt der Kirche ihr prägnantes Profil nach außen.

Gut zu wissen

Baujahr älteste Teile Letztes Viertel des 13. Jahrhunderts (romanisch)

Bereich Lunzenau · Rochsburg

Erste Erwähnung 1190 (Name Günther von Rochsburg)

Prägende Umgestaltungen 17./18. Jahrhundert (Barock), 1896 (Restaurierung)

Doppelgrabmal 1567, für Wolf von Schönburg und Anna Schenk von Landsberg

Orgel Firma Schmeisser, Rochlitz

Besonderheit Zwei mittelalterliche Marienkelche noch heute im liturgischen Gebrauch

Besichtigungen und die Nutzung als Gebetsort sind nach vorheriger Absprache mit dem Pfarrbüro in Lunzenau möglich: 037383 6423 oder kg.lunzenau@evlks.de.

Gottesdienstplan Kirchenführer (PDF)
Lage im Kirchspiel