St. Annenkirche zu Prießnitz
Prießnitz · Flößberg

St. Annenkirche zu Prießnitz

Taufstein
Taufstein

Evangelische Renaissance-Kirche mit durchgängigem künstlerischem Konzept — erbaut 1616 als Begräbniskirche.

Prießnitz gehört zu den Kirchen, bei denen jedes Detail aufeinander abgestimmt ist. Die heutige Form entstand 1616 innerhalb weniger Monate — Patronatsherr Hans von Einsiedel ließ die vorhandene Kirche umbauen, nachdem seine 32-jährige Frau Anna von Schleinitz gestorben war. Aus dem einschiffigen Vorgängerbau wurde ein griechisches Kreuz, aus einer Dorfkirche ein Gedenkort.

Drei Dinge, die Prießnitz besonders machen

Eine durch und durch evangelische Kirche

Im Altarraum stehen die beiden Sakramente — Abendmahl am Altar, Taufstein daneben — und die Kanzel für das Wort. Kein Heiliger, keine Marienfigur. Im Altarbild des holländischen Malers Johann de Perre sind die Jünger als Prießnitzer Bürger dargestellt, mittendrin der damalige Pfarrer Georg Thrylitzsch mit Halskrause und Spitzbart. Von der Kanzel blicken 28 Portraits der Reformatoren auf den Prediger — damit er „die rechte Lehre“ nicht vergisst.

Eine Kirche aus einer Hand

Johann de Perre, Leipziger Portraitmaler und Schöpfer auch des Kohrener Altars, hat in Prießnitz ein geschlossenes Konzept umgesetzt. Taufstein und Kanzel sind vollständig bemalt, vergoldete Bretter mit Blumenmalerei verbinden die Bildfelder. Jedes Gesicht in der Stifterfamilie ist individuell — de Perre war Portraitist, kein Schablonenmaler.

Eine Kirche der Erinnerung

Die gesamte Ausstattung erinnert an Anna von Einsiedel. Vier der Engel tragen ihr Gesicht. An der Patronatsloge ist ein Gedicht ihres Mannes angebracht — Trauer und Gottvertrauen in einem. In den Butzenscheiben der Loge blühen Tulpen und, kurios, eine Kartoffel — ein Lob der Schöpfung in der Sprache des 17. Jahrhunderts.

Gut zu wissen

Baujahr heutige Form 1616 (Umbau des Vorgängerbaus)

Bereich Prießnitz · Flößberg

Patrozinium Heilige Anna, Mutter Marias

Erste Erwähnung des Ortes 977 als „Bresnice“ (Birkenhain)

Besonderheit Griechischer Kreuz-Grundriss

Martin Luther soll auf seinen Reisen zwischen Borna und Altenburg in Prießnitz gepredigt haben — von einer Linde vor der Kirche, weil der Vorgängerbau zu klein für die Zuhörer war.

Gottesdienstplan Kirchenführer (PDF)
Lage im Kirchspiel