St. Marienkirche zu Nenkersdorf
Prießnitz · Flößberg

St. Marienkirche zu Nenkersdorf

Andere Ansicht
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Geweiht am 2. Mai 1085 — eine der ältesten Kirchen der Region und einmal Wallfahrtsort.

Als im 11. Jahrhundert die ersten fränkischen Siedler das Land urbar machten, gehörte eine Kirche im Dorf zum Selbstverständnis. Nenkersdorf bekam sie früh — am 2. Mai 1085 wurde sie geweiht. Fast die Hälfte ihrer Geschichte war sie eine katholische Kirche, zeitweise Klosterkirche eines kleinen Benediktinerklosters, und für einige Jahrhunderte eine Wallfahrtskirche, die Pilger aus weit entfernten Gegenden anzog.

Der Schnitzaltar von 1519 — das Herzstück

Ein doppelt wandelbarer spätgotischer Altar aus der Werkstatt des Altenburger Malers und Bildschnitzers Franz Geringswalde.

In der Mitte: Maria mit dem Kind. Und noch einmal oben im Gesprenge, beide Mariendarstellungen von außerordentlicher Qualität.

18 Heiligenfiguren umgeben die zentrale Figur.

Die Innenseiten zeigen biblische Szenen aus der Weihnachts- und Passionsgeschichte.

Dieser Altar ist nicht nur ein Kunstwerk — er ist ein Lebenswendepunkt. Es war Franz Geringswaldes letztes Werk. Danach trat er zum lutherischen Glauben über, verdiente sein Geld nicht mehr als Bildschnitzer, sondern als Bierprüfer und Brauherr und wirkte als Ratsherr und Vorsteher des Gemeinen Kastens in Altenburg. Der Altar in Nenkersdorf ist damit ein Dokument des Umbruchs, der gerade erst begann.

Was du sonst siehst

Die Kassettendecke von 1702

Besonders ist ihre Bemalung: Garbenbündel, von denen keines dem anderen gleicht. Auch die Emporen und das Gestühl im Chorraum tragen diese individuelle Ornamentik.

Die Orgel

1715 baute der Zwickauer Orgelbaumeister Johann Peter Penigk eine kleine Orgel ein — erhalten ist davon nur noch der zierliche Rokokoprospekt. Die heutige Orgel stammt von Richard Kreutzbach aus Borna und wurde 1885 gebaut. 1937 kam sie aus dem Bornaer Lehrerseminar nach Nenkersdorf. Sie ist inzwischen stark sanierungsbedürftig und soll in den nächsten Jahren restauriert werden.

Die Glocken

Von ursprünglich drei Glocken ist nur die kleine von 1686 erhalten. Zwei gingen in den Weltkriegen verloren. Doch die Nenkersdorfer sammelten jahrelang Spenden, und am 21. März 2009 konnte eine neue zweite Glocke geweiht werden.

Gut zu wissen

Weihe 2. Mai 1085

Bereich Prießnitz · Flößberg

Besonderheit Ehemalige Wallfahrtskirche mit Ablassbrief aus Avignon von 1342

Altar Franz Geringswalde, 1519 (sein letztes Werk vor dem Übertritt zum Luthertum)

Gottesdienstplan Kirchenführer (PDF)
Lage im Kirchspiel